Übergangszeiten

Das Ende der Sommerferien ist eine typische Übergangszeit, die einen im wahrsten Sinne des Wortes schnell ins Schwitzen bringen kann. Die Sonne scheint, die Temperaturen sind hoch. Der Sommer zeigt sich noch einmal von seiner besten Seite. Mit dem Ende der Sommerferien endet das Urlaubsgefühl jedoch abrupt. Ich habe die langen Tage mit weniger Terminen und schleifendem Tagesrhythmus sehr genossen. Aber jetzt freue ich mich auch wieder auf mehr Struktur und Produktivität.

Der Terminkalender füllt sich wie von selbst mit den eigenen Vorhaben und denen der Familie. Eine Verpflichtung jagt die nächste, die To-Do-Listen platzen aus allen Nähten und auf einmal fühlt man sich wie der berüchtigte Hamster im Laufrad. Müdigkeit, Stress und Gereiztheit machen sich breit - dabei war man doch eben noch gut erholt. Übergangszeiten können zur Herausforderung werden.

Was wäre, wenn man auch diese Zeiten mit viel Energie und Kraft, ganz gelassen, entspannt und mit innerer Ruhe meistern könnte?

Was Stressresistenz und Weidezaun gemeinsam haben

Vielleicht ist es ähnlich wie bei einem Weidezaun. Es gibt die Stützpfeiler, die vertiunsplash_weidezaun_mit_person_kleinkal in den Boden gesteckt sind und es gibt die Holzlatten, die horizontal daran befestigt sind. Die Holzlatten sind wie unsere Vorhaben entlang eines Zeitstrahls, also alle Dinge, für die wir Energie aufwenden. Die Stützpfeiler sind die Sachen, die helfen, die Anforderungen zu tragen, wie z.B. Zeiten der Ruhe und der Regeneration also alle Dinge, die uns Kraft und Energie geben. Nun gibt es leichte und schwere Holzlatten, Urlaubs- und arbeitsintensive Zeiten. Damit der Zaun hält, brauchen die schweren Teile mehr Stützpfeiler als die leichten. Die Pflöcke stehen dann in kürzeren Abständen, um die Tragfähigkeit zu gewährleisten. In Ferien- und Urlaubszeiten brauchen wir uns häufig keine Gedanken darüber zu machen, wie wir alles hinbekommen, weil es meist leichte Zeiten sind. In Zeiten der Veränderung, wo alles etwas holpriger läuft oder in arbeitsreichen Zeiten, die viel Energie fordern, brauchen wir mehr Stützpfeiler.

Die Stützpfeiler können beispielsweise bestehen aus:

Vereinfachungen: Was kann ich vereinfachen? Was kann ich delegieren, verschieben oder ganz streichen?
Muss ich den Einkauf selbst erledigen oder könnte auch mal ein Lieferdienst aushelfen? Nicht für immer, aber während der stressigen Phase der Umstellung. Oder was ist mit neuen Projekten, könnte das ein oder andere Vorhaben auch noch eine Woche warten bis sich alles eingespielt hat?

Planung und Vorbereitung: Was lässt sich gut vorbereiten?
Wenn der Morgen besonders stressig ist und gerade mit den Kindern jede Minute zählt, könnte ich vielleicht das Anziehdrama verhindern, indem ich am Abend vorher mit ihnen zusammen schon die Kleidung für den nächsten Tag raus lege. Oder wenn in aller Eile immer die gesunden Snacks wegzufallen drohen, vielleicht am Abend oder in einer unverhofft freien Minute schon mal ein paar Gurken, Tomaten, Karotten oder Ähnliches zurechtschneiden und im Kühlschrank griffbereit halten. Oder noch einfacher, einen Vorrat an fertigen Nuss- und Trockenobstmischungen anlegen.

Erwartungsmanagement: Wie könnte ich meine Erwartungen anpassen oder die der anderen?
Habe ich den Anspruch, dass immer alles perfekt laufen muss oder kann ich improvisieren und damit zufrieden sein? Habe ich eine fixe Vorstellung davon, was andere von mir denken oder erwarten oder kann ich mich davon lösen? Kann ich vielleicht im Vorfeld signalisieren, dass es gerade etwas drunter und drüber geht und somit die Erwartungen meines Umfelds runterschrauben und Raum gewinnen?

Gewohnheiten und Rituale: Welche wohltuenden Rituale könnte ich einführen?
Vielleicht stelle ich im Laufe des Tages fest, dass ich Kopfschmerzen bekomme und mir fällt auf, dass ich den ganzen Tag noch nicht viel getrunken habe, weil eins zum anderen kam. Ich könnte mir z.B. ein Glas Wasser neben mein Bett stellen und das morgens nach dem Aufwachen gleich als erstes trinken. Oder mir schon meine 2 Liter für den Tag gut sichtbar und einladend bereitstellen. Ich könnte mich zu den Mahlzeiten hinsetzen und wirklich einfach nur essen, den Geschmack und die kurze Pause genießen ohne etwas nebenbei zu tun. Ich könnte mir abends eine entspannende Tasse Tee kochen und den Tag noch einmal Revue passieren lassen bevor ich ins Bett gehe anstatt einfach übergangslos "tot umzufallen".

Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten, tragende Pfeiler für den Tag zu setzen. Jeder hat seine individuellen Stress-Trigger und jeder seine Dinge, die ihm Kraft geben. Vielleicht hast Du die ein oder andere Idee bekommen. Wenn Du möchtest, wähle Dir für die nächste Woche eine einfache Sache aus, die Du umsetzen willst. Du darfst gerne darüber berichten. Ich bin gespannt, was Deine Herausforderungen und Strategien sind. Viel Erfolg und ich freue mich auf Deine Nachricht!